Der Champagner und seine Geschichte

    Aus Wein-Lexikon.de

    Der Champagner ist heute die beliebteste und edelste Form eines Weins. Bezeichnen darf sich als Champagner nur ein Schaumwein, der aus Trauben aus der Champagne entstanden ist. Doch für den echten Genuss kommen längst nicht alle Trauben in Frage, so dass beispielsweise der bekannte Dom Perignon nicht in jedem Jahr einen neuen Champagner auf den Markt bringt.

    Die Entwicklungen in der Champagne

    Bereits vor mehr als 1.500 Jahren wurden von den Römern die ersten Rebstöcke in den Boden der Champagne gesetzt. Unter den Rebstöcken lagen Kreidefelsen, die Kreide benötigten die Römer für den Bau der Städte und Festungen. So entstanden Steinbrüche mit kilometerlangen Gängen, die stets eine gleichbleibend kühle Temperatur boten. Sie wurden später für die Lagerung des Weins verwendet. Bis zum Mittelalter waren es vor allem die Mönche, die den Weinanbau betrieben, erst später lernten auch die französischen Herrscher den Wein kennen und lieben.

    1668 begann der Benediktinermönch Dom Perignon als Kellermeister in der Abtei Saint-Pierre d´Hautvilles. Über Jahre hinweg prüfte er die Trauben, untersuchte, welche sich am besten für den damals noch stillen Champagner eigneten und wie man die Gärung beeinflussen könne. Dabei stellte sich heraus, dass die Mischung verschiedener Trauben, die so genannte Cuvée, eine besonders hohe Qualität mit sich bringt.

    Der Champagner entstand durch einen Zufall

    Der Champagner, wie wir ihn heute kennen, entstand dabei jedoch eher aus einem Zufall heraus. Zunächst verlief die Gärung des Traubensafts ganz normal, in sehr kalten Wintern stoppte jedoch der Gärungsprozess, um im Frühjahr noch einmal zu beginnen. Dadurch konnte der Wein nicht die gewünschte Klarheit erreichen und er prickelte, weil sich Kohlendioxid gebildet hatte.

    Bis 1650 waren diese prickelnden Weine jedoch sehr verpönt, man wollte sie nicht, sah sie als Ausschuss an. Nur die Engländer mochten den prickelnden Wein und kauften diesen in rauen Mengen. Die Weinbauern und Kellermeister der Champagne witterten eine neue Geschäftsidee und füllten den „unfertigen“ Wein ab, um ihn zu verkaufen. Ludwig XIV., auch als Sonnenkönig bekannt, machte den prickelnden Champagner schon bald zu seinem Hauswein und später folgten ihm viele andere Herrscher, aber auch große Persönlichkeiten, wie Voltaire, Goethe oder Bismarck.

    Aufgrund dieser Entwicklung soll Dom Perignon auch den Ausbau des Champagners näher untersucht und weiter entwickelt haben. Bis heute steht der Dom Perignon für einen Champagner der Extraklasse – allerdings nur, wenn die Trauben auch den hohen Anforderungen entsprechen. Sonst wird lieber auf einen Jahrgang verzichtet.

    Der Champagner heute

    Heute ist allgemein bekannt, dass nur Schaumweine aus der Champagne sich als Champagner bezeichnen dürfen. Festgelegt wurde dies bereits in den 1920er und 1930er Jahren. 1927 wurden die genauen Anbauflächen in der Champagne festgelegt, acht Jahre später genaue Vorgaben dazu gemacht, was bei der Herstellung unbedingt beachtet werden muss.

    Wer heute also eine der 300 Millionen jährlich hergestellten Flaschen Champagner kaufen will, der wird nur Schaumweine aus der Champagne finden. Aus kleinen Familienbetrieben oder großen Konzernen finden sich die Flaschen mit dem edlen Luxus-Getränk, das heute einen so guten Ruf hat.


    Artikel teilen