Rheingau

    Aus Wein-Lexikon.de

    Der Rheingau erstreckt sich hauptsächlich westlich des Rheinknies bei Wiesbaden auf einem schmalen Streifen zwischen dem hier nach Westen fließenden Rhein und den nördlich davon gelegenen Höhen des Taunus. Westlichster Weinort ist Lorchhausen, östlichster Flörsheim am Main. Außerdem zählen dazu der Lohrberger Hang im Stadtgebiet von Frankfurt am Main und der nördlichste Weinberg Hessens, der Böddiger Berg in Felsberg. Damit ist das als Rheingau bezeichnete Weinbaugebiet größer als die eigentliche Region des Rheingaus, welche nur das rechtsrheinische Gebiet zwischen Wiesbaden und Rüdesheim bezeichnet.

    Klima

    Das Klima im Rheingau ist sehr mild, da er auf der Haupt-Wetterseite im Westen und Norden von den Höhen des Taunus geschützt ist. Dadurch, dass der Rhein hier nach Westen verläuft, gibt es im Rheingau vorwiegend Südhänge, die einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Dies wird zusätzlich durch die Reflektorwirkung der großen Wasserfläche des Rheins verstärkt. (Messstel-le Eltville)

    Rebsorten

    Die bei weitem häufigste Rebsorte im Rheingau ist der Riesling (Weißwein). Er nimmt ca. 80 % der Anbaufläche und fast alle Spitzenlagen ein und hat eine sehr hohe Qualität. Eine Sonderstellung im Rheingau hat dabei der Weinort Assmannshausen. Hier wird auf 75 ha Spätburgunder (Rotwein) angebaut, womit dort gleichzeitig die größte zusammenhängende Anbaufläche für Spätburgunder in Deutschland besteht. Insgesamt ergibt sich folgende Verteilung: Riesling 78,2 %, Spätburgunder 12,7 %,Sonstige Weiß 6,2 %, Sonstige Rot 2,9 %.

    Weinlagen und Weingüter

    Im Rheingau gibt es unterschiedliche Böden: Leichte Verwitterungsböden in den höheren Lagen und zunehmend Löss, Lehm und Ton, je näher man sich dem Rhein in der Talsohle nähert. Geschmack und Charakter des Weines bestimmen sich aus der angetroffenen Bodenart, deren Wasserdurchlässigkeit und Farbe. Diese haben nicht nur Einfluss auf das Wachstum der Rebe, sondern auch auf die Wärmezufuhr (feucht und hell = kalt, trocken und dunkel = warm). Es sind vier Hauptbodengruppen anzutreffen: Vulkanböden, auf denen füllige, gehaltvolle, feurige Weine wachsen, Schieferböden, die feinrassige, pikante, spritzige Weine ergeben, Keuper- und Muschelkalkböden, die herzhafte, kräftige Weine entstehen lassen, und schließlich Löss- und Lehmböden, die gehaltvolle, bukettreiche Weine hervorbringen. Hinzu kommt, dass steilere und höher gelegene Lagen mehr Sonnenschein erhalten, da der Dunst, der sich in Rheinnähe bildet, hier weniger stark ist. Allerdings gibt es weiter oben auch den kühleren Wind. Zusammengefasst zeichnen sich die Spitzenlagen deswegen durch eine gute Kombination zwischen Boden, Sonnenschein und geschützter Lage aus und lassen sich prinzipiell an jeder Stelle des Rheingaues finden. Die große Wasserfläche des Rheins trägt dabei zum Temperaturausgleich bei und wirkt gleichzeitig als Reflektor, der das Sonnenlicht auf die Weinberge lenkt und damit verstärkt.

    Gebietseinteilung

    Das Weinbaugebiet Rheingau (ca. 3200 Hektar) beinhaltet einen Bereich mit 10 Großlagen und 119 Einzellagen.


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