Im Wein liegt die Wahrheit und im italienischen erst recht

    Aus Wein-Lexikon.de

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    Ein guter Wein zum Essen ist für die meisten Weingenießer das kostbarste Geschenk und gehört zum Mahl, wie das Salz in der Suppe. Vor allem in südlichen Ländern ist der Wein zum Essen unverzichtbar und ebenso völlig normal. Während die Deutschen bei ihren Mahlzeiten eher auf erfrischende Getränke ohne Alkohol zugreifen, genießt der Südländer den Rebensaft in vollen Zügen.

    Die Kultur, Weine zu genießen ist aber schon längst in unseren Gefilden angekommen und Genießer wissen, wie gute Weine schmecken und woher sie kommen. Allen voran sind italienische Weine immer noch die Vorreiter und bei uns die beliebtesten. Unzählige Weingüter in Nord- und Süditalien führen die Weinbautradition meist generationsübergreifend fort. Pflegen ihre Reben, achten auf neue Kreuzungen, testen immer wieder neue Trauben, oder bleiben ihrer guten alten Traube treu. Das zahlt sich aus. Vor allem bei Traditionsweinen kann der italienische Weinmarkt gute Zahlen verbuchen. Sie sind nach wie vor weltweit bekannt und sehr gefragt. Und dies trotz großer Konkurrenz beispielsweise aus Südafrika oder Amerika.

    Die drei Königsweine aus Italien

    Der Amarone della Valpolicella. Im Anbaugebiet der Trauben auf bis zu 400 Metern Höhe rund um Venetien und bis nach Verona runter, herrscht ein ideales Klima für diese Weintrauben. Sonne, guter Klimaausgleich durch die Nähe des Gardasees und leichter Wind. Die Weinhänge sind dennoch durch die Dolomiten geschützt vor dem eisigen Nordwind. Seinen kräftigen Geschmack erhält er allerdings hauptsächlich durch die aufwändige Herstellung.

    Die besten Trauben der Rebsorten Corvina, Corvignone, Veronese und weiteren, werden für etwa vier Monate auf Holzrosten getrocknet. Dieses Verfahren nennt man übrigens "apassimento" (a passa) "es geht vorbei, das Wasser geht." Die Trauben verlieren dabei rund die Hälfte ihres Wassergehaltes und die getrockneten Trauben sind die Essenz dieses schmackhaften Weines. Beim Keltern dieserdehydrierten Trauben entsteht der sehr konzentrierte und geschmacklich höchst intensive Amarone. Die bekanntesten Weingüter dieses Weines sind unter anderem Tommasi, Tenuta St. Antonio, Zenato und Zardini. Der klassische Valpolicella wird hauptsächlich um die Ortschaften Fumane, Marano San Pietro in Cariano und natürlich in Sant Ambrogio di Valpolicella angebaut.

    Strenge Regeln für den Anbau

    Der Brunello di Motalcino. Um ihn herzustellen, gilt es ganz bestimmte Regeln des Denominazione di Origine Controllata e Garantita, kurz DOCG, einzuhalten, die zusätzlich vom Consorzio del Vino Brunello di Montalcino festgesetzt werden. Maximal 52 Hektoliter des kostbaren Weins dürfen pro Jahr nur gekeltert und für den freien Markt zur Verfügung stehen. Somit ist der Brunello nur vom 1. Januar des fünften auf die Ernte des folgenden Jahres im Handel. Er muss also mindestens zwei Jahre in Eichenfässern lagern und vier Monate Flaschenreife vorweisen. Das macht diesen äußerst aromatisierten und schmackhaften Wein bei Weinkennern äußerst begehrenswert. Sein Bruder, der Brunello die Montalcino Riserva, ist ab dem 1. Januar des sechsten auf die Ernte folgenden Jahres zu haben. Er verweilt zwei Jahre im Fass und muss einen Flaschenreife von mindestens sechs Monaten aufweisen.

    Der Baron unter den Weinen

    Der Barolo: Seinen Namen bekam der eher trockene Rotwein durch sein Anbaugebiet. Die Gemeinde Barolo hatte sich schon sehr früh, erstmals erwähnt 1730, für den Weinanbau in dieser Region, etwa 15 Kilometer von Alba entfernt, zur Aufgabe gemacht. Etliche Zusammenhänge, Fügungen und Handels-Korrespondenzen in dieser Zeit sorgten dafür, dass der eher süßliche Rotwein aus den Nebbiolotrauben zum Lieblingswein weit über die Grenzen wurde. Seine späte Reifung, der Gärungsprozess im Winter in den kühlen Kellern, wurde ihm fast zum Verhängnis.

    Der französische Önologen Louis Oudart verhalf der Gemeinde, ihren Wein in tiefer gelegenen Kellern bei gleich bleibenden Temperaturen zu lagern. Nach einer verheerenden Reblausplage, Weltkriegen und wirtschaftlichen Krisen, wäre der Barolo fast nicht mehr hergestellt worden. Die Produktion ging um die Hälfte zurück. Mehrere gute Jahrgänge und die Erhaltung des Weingutes machen den Barolo umso begehrenswerter. Er gehört auch heute noch zu einem der beliebtesten italienischen Rotweine, denn nicht um sonst wird er oft als "König der Weine bezeichnet."


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